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Gemeinde Nußdorf (Chiemgau)  |  E-Mail: info@nussdorf-chiemgau.de  |  Online: http://www.nussdorf-chiemgau.de

E-Mobil vernetzt zwischen Chiemsee und Königssee

Elektromobilitätskonzept
Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger, Dr. Christoph Hessel, Dr. Marcus Gerstenberger, Dr. Birgit Seeholzer und Manuel Münch (v.l.n.r) beantworten Fragen der Anwesenden.

 

Elektromobilitätskonzept für die Region wurde vorgestellt

 

Das Verkehrssystem ist im Umbruch. Klimawandel, extreme Schadstoff-konzentrationen in den Städten der Welt und eine wachsende Weltbevölkerung erfordern ein Umschwenken auf intelligente und saubere Mobilitätskonzepte. Die Elektromobilität ist ein wesentlicher Teil davon. Für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land liegt nun ein Konzept vor, in dem die Schritte für einen systematischen Weg in einen klimafreundlicheren Verkehr aufgezeigt werden.

Vor mehr als einem Jahr, am 29.3.2017 fand im Festsaal der Gemeinde Siegsdorf der Startschuß für die Erstellung des nun fertiggestellten Elektromobilitäts-konzeptes statt. Beauftragt durch die beiden Landkreise und mit 73.819 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert, zeigt das vorgestellte Konzept eine gemeinsame Strategie für die E-Mobilität in unserer Region auf.

Dazwischen lagen 13 Monate mit Internetumfragen, Workshops und der Abstimmung mit regionalen Akteuren. Auch wir vom Arbeitskreis haben uns in mehreren Treffen intensiv mit den Unterlagen der Ingenieursgesellschaft „gevas humberg & partner“ befasst und die lokalen Gegebenheiten in die Planungen eingebracht.

Geholfen hat uns dabei unsere mehrjährige Erfahrung im Bereich der E-Mobilität, deren zukunftsweisendes Potential wir schon früh erkannten und in der Gemeinde mit vielen Aktionen beworben haben. Auslöser für unser Engagement in diesem Bereich war das Energiekonzept der Gemeinde aus dem Jahre 2014, in dem aufgezeigt wurde, dass mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs innerhalb der Gemeinde auf den Verkehr zurückgeht. Mit entsprechendem Einsparpotential an Energie und Schadstoffen.

Bei der Vorstellung des Konzeptes am 7. Mai im Gasthof Alte Post in Teisendorf gingen der Berchtesgadener Landrat Georg Grabner und Josef Kohnhäuser als Stellvertreter des Traunsteiner Landrats Sigi Walch auf die Bedeutung der Elektromobilität ein. Da rund 40% der Endenergie für die Mobilität benötigt werde, sei der Umstieg auf Elektromobile eine zwingende Notwendigkeit angesichts der ehrgeizigen Energie- und Umweltziele der beiden Landkreise.

Auch dass schon viel passiert sei in der Region, hob Landrat Grabner hervor. Viele Kommunen setzen bereits E-Fahrzeuge im Fuhrpark ein, in Berchtesgaden seien 4 Stunden kostenfreies Parken für E-Autos möglich und mit Tittmoning, Laufen, Teisendorf und Waging gäbe es bereits vier Orte mit E-Carsharingangeboten.

Die Vertreter der beauftragten Ingenieursgesellschaft Dr. Christoph Hessel und Dr. Marcus Gerstenberger erläuterten im Anschluß ihre Vorgehensweise und wesentliche Untersuchungsergebnisse. Eine Internetbefragung im Rahmen der Arbeiten ergab, dass für 80% der befragten Anwohner die Elektromobilität das Verkehrskonzept der Zukunft sei und dazu die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden müsse. Auch bei den Touristen ist die Bereitschaft mit 60% hoch, ein E-Carsharing Angebot zu nutzen und dafür auch bis zu 50 Euro pro Tag auszugeben. 

  

Die Erfassung des Iststandes was Verkehr allgemein, bestehende Infrastruktur und potentielle Standorte für neue Ladeinfrastruktur betrifft, war Schritt eins bei der Konzepterstellung.

Abgeleitet daraus erfolgte die Erarbeitung der weiteren Schritte anhand von 3 Hochlaufszenarien der Elektromobilität. Im Szenario 1 wurde angenommen, dass 1 Prozent des Gesamtfahrzeugmarktes Elektroautos mit 200 km Reichweite seien. Dafür wären 110 bis 130 öffentlich zugängliche Ladestationen erforderlich. Eine Zahl, von der man derzeit mit 100 solchen Ladepunkten gar nicht weit entfernt ist. Das Szenario 2 geht von 5 Prozent E-Fahrzeugen aus, die je 300 km Reichweite hätten. Hier werden laut Studie 310 bis 330 Ladepunkte benötigt. Im letzten Szenario 3 mit 15 Prozent E-Fahrzeugen und Reichweiten von 400 km, wäre eine Ladepunktmenge von 700 bis 750 erforderlich.

Dieses sei aber eine Perspektive, so Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger, die einen Zeithorizont von etwa 10 Jahren beschreibt und bedeute somit keine unlösbare Aufgabe. Zumal die empfohlenen 22 kW Ladepunkte keine großen Infrastruktur-maßnahmen benötigen, sondern mit geringem Aufwand in die lokalen Stromversorgungsgegebenheiten eingepaßt werden können.

Als nächste Schritte empfehlen die Ersteller des Konzeptes die Ausschreibung eines einheitlichen „Backendsystemes“, d.h. eines elektronischen Verwaltungssystemes, das den Betrieb, das Laden und die Abrechnung der Ladepunkte und Ladevorgänge ermöglicht. Im Anschluß solle der konkrete Aufbau der Ladeinfrastruktur in den Gemeinden erfolgen.

Bei diesen Aufgaben versprach Manuel Münch vom Landratsamt Berchtesgadener Land Hilfe und Unterstützung durch Beratung für Unternehmen und Kommunen.

Im Anschluß an die Ergebnisvorstellung , die sich fast ausschließlich um das Thema Ladeinfrastruktur drehte, gab es noch eine Fragestunde für die zahlreich erschienenen Vertreter von Kommunen, Wirtschaft, Tourismus, Ämter und Energieversorger.

 

Auf meine Frage, warum bei der Konzeptvorstellung nichts zum Thema Elektroautos vorgestellt wurde und der Anmerkung, dass Ladeinfrastruktur nur Sinn macht, wenn auch die Anzahl der Elektroautos gesteigert werde, antwortete Fr. Dr. Seeholzer, dass dazu in den Konzeptunterlagen Handlungsempfehlungen enthalten seien.

Als nächster Schritt ist nun die Beratung des Konzeptes in den Kreisgremien geplant, danach sollen die Gemeinden die detaillierten Ergebnisse bekommen und die Studie soll auf der Homepage des Landkreises veröffentlicht werden.

Wir sind schon sehr gespannt darauf. Sobald die Unterlagen verfügbar sind, gilt es für die handelnden Akteure die im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Eine enge Zusammenarbeit von Unternehmern, Kommunen, Privatleuten und dem Tourismusbereich ist hierzu erforderlich.

Zusammen mit dem bereits vorhandenem Know How auf lokaler Ebene sollte die Zukunftsaufgabe Elektromobilität doch zu lösen sein.

 

(Hubert Vachenauer)

 

Weitere Infos zu den Aktivitäten des AK Energie finden Sie im Internet auf der Homepage der Gemeinde Nußdorf unter folgendem Link:

http://www.nussdorf-chiemgau.de/index.php?id=0,93

 

Der AK Energie ist mit vielen Berichten, die es oft nicht ins Amtsblatt oder in den AK Newsletter schaffen, auch auf Facebook präsent. Zu finden unter „Arbeitskreis Energie Nußdorf“.

 

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