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Gemeinde Nußdorf (Chiemgau)  |  E-Mail: info@nussdorf-chiemgau.de  |  Online: http://www.nussdorf-chiemgau.de

Versammlung

Strategie-Werkstatt

Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer Seenplatte“ in den Startlöchern für neue Förderperiode

 

Versammlung der Regionalinitiative Chiemgauer-Seenplatte als Strategiewerkstatt

 

Die Gemeinden der Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ wollen ihre Arbeit zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region im Rahmen des EU-Programmes Leader in der neuen Förderperiode bis 2020 fortsetzen. In den beteiligten Gemeinden sollen Projekte verwirklicht werden, die zur Erhaltung von Natur und Kulturlandschaft beitragen. Die laufende Förderperiode mit 16 beteiligten Gemeinden ist nun abgeschlossen, Projekte können noch bis 2015 abgewickelt werden. Bisher wurden 38 Leader-Projekte bewilligt oder bereits umgesetzt. In diesen Projekten wird eine Summe von 6,32 Millionen Euro durch 2,2 Millionen Euro aus Leader-Mitteln gefördert. Für die Zeit ab 2014 bewerben sich nun 24 Gemeinden mit einem neuen Regionalen Entwicklungskonzept um die Wiederaufnahme in das EU-Förderprogramm für den ländlichen Raum. Zu ihnen gehören Amerang, Bad Endorf, Bernau am Chiemsee, Breitbrunn am Chiemsee, Eggstätt, Frasdorf, Gstadt am Chiemsee, Halfing, Höslwang, Prien am Chiemsee, Riedering, Rimsting und Schonstett im Landkreis Rosenheim, im Landkreis Traunstein die Gemeinden Altenmarkt a.d.Alz, Chieming, Grassau, Grabenstätt, Kienberg, Nußdorf, Obing, Pittenhart, Seeon-Seebruck, Schnaitsee und Übersee.

Der Trägerverein Regionalinitiative Chiemgauer Seenplatte machte in einer ersten Versammlung als „Strategiewerkstatt“ die nächsten Schritte für die Erstellung des Regionalen Entwicklungskonzepts. Vorbereitet worden war diese von der neuen Betreuung der Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer Seenplatte“, dem im Bereich Regionalentwicklung sehr erfahrenen Büro Grontmij aus München. Für die „Chiemgauer Seenplatte“ wird insbesondere Sebastian Merfort zuständig sein. Der langjährige Geschäftsführer der LAG Prof. Dr. Ulrich Pietrusky hatte zum Jahresende seine Tätigkeit für die „Chiemgauer-Seenplatte“ bis auf die finanzielle Abwicklung der noch laufenden Projekte beendet.

Angebote für alle Generationen

Die Entwicklungsziele und Handlungsfelder werden in den nächsten Monaten vor allem unter Einbeziehung möglichst vieler Bürger ausgearbeitet und konkretisiert werden. In einer ersten-Bewertungsrunde durch die Bürgermeister aller jetzigen und künftigen Chiemgauer-Seenplatte-Gemeinden stellte sich heraus, dass die Sicherung der landschaftlichen Qualitäten und die Bewahrung der Dorfgemeinschaft und der dörflichen Kultur für die Entwicklung der gesamten Region weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden und in Verbindung damit die Verbesserung des touristischen Potentials. Einige neue Ausrichtungen zeichneten sich jedoch bereits ab.

Viele Überlegungen beschäftigten sich mit der Frage, wie die Einheit von Wohnen und Arbeiten am selben Ort oder zumindest nicht allzu weit auseinander durch Leader-Projekte unterstützt werden kann. Genannt wurde unter anderem der Breitbandausbau, die Nutzung leerstehender landwirtschaftlicher Gebäude für handwerkliche Betriebe oder Unternehmen für neue Techniken und Informationstechnologien.

Für den Bereich Landwirtschaft kristallisierte sich als Schwerpunktaufgabe die Förderung der Regionalvermarktung heraus. Die Regionalinitiative Chiemgauer Seenplatte sollte die Bauern unterstützen, die durch Direktvermarktung die gestiegene Nachfrage nach zuordenbar in der Region erzeugten Lebensmitteln, insbesondere aus Bio-Landwirtschaft, zu befriedigen suchten. Als Beispiel wurde die Streuobstinitiative Chiemgau genannt, die die Entwicklung einer Chiemgauer Dachmarke für Produkte aus Chiemgauer Streuobst plane und dafür die Biozertifizierung anstrebe.

Das Handlungsfeld „Innovative Angebote für Kinder und Jugendliche“ müsse unbedingt um Projekte erweitert werden, die das Miteinander der Generationen im Blick haben, hieß es. Das könne zur Bewältigung der Probleme beitragen, die durch die Zunahme der Älteren in der Bevölkerung entstehen.

Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern, dass möglichst viel getan werden müsse, um die „eigene“ gelebte Dorfkultur zu erhalten, um das „Wie“ gab es allerdings Diskussionen, z.B. um Bürgerhaus oder Dorfwirtschaft, lokale Beschränkung oder Vernetzung im Gesamtraum Chiemgauer Seenplatte.

Im Bereich Tourismus war dagegen klar, dass Vernetzung anzustreben sei, beispielsweise wurde eine „Chiemgaucard“ vorgeschlagen, mit der der Tourist alle verkehrsmäßigen, sportlichen und kulturellen Angebote in der Region nutzen könnte. Höchste Priorität habe aber der Zusammenschluss der Tourismusverbände rund um den Chiemsee, war die einhellige Meinung.

Das Team des Planungs-Büros Grontmij wurde von der Versammlung mit der Erstellung des Regionalen Entwicklungskonzepts für die Chiemgauer-Seenplatte beauftragt und wird nun die breite Palette von Vorschlägen auf Integrierbarkeit in ein Leader-gefördertes Konzept überprüfen.

Als nächster Schritt ist ein „Zukunftsforum“ im Mai geplant, auf dem unter möglichst großer Beteiligung interessierter Bürger Schwerpunktthemen, Zielsetzungen, Maßnahmen und Projekte für die regionale Entwicklungsstrategie herausgearbeitet werden sollen. Inge Graichen

 

Bild:

In einer Strategiewerkstatt wurden erste Überlegungen angestellt, in welche Richtung ein neues Regionales Entwicklungskonzept gehen soll

 

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